Portrait JTG

von Donau TV

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Schulbroschüre

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Termine

02.06.18 - 19.06.18

Gegenbesuch-Indienaustausch

15.06.2018

09:45 - 12:45 Cinéfête
Frz.-Schüler der 8a u. 10a

12:00 Notenbekanntgabe ABITUR

16.06.2018

PANGEA-Wettbewerb Finale

18.06.2018

Cinéfête II
Frz.-Schüler Kl. 9a

19.06.18 - 22.06.18

Abitur - MÜNDLICHE ZUSATZPRÜFUNGEN

22.06.18 - 06.07.18

Gegenbesuch USA-Austausch

26.06.2018

2. zentraler Englischtest in Jgst. 10

27.06.18 - 28.06.18

Probentage Großer Chor/Big Band

29.06.2018

Entlassfeier ABSOLVIA 2018

04.07.2018

Sommerfest

09.07.2018

Sommerkonzert

10.07.18 - 12.07.18

Probentage US-Theater

Natur & Umwelt machen Schule

logoumweltschule

MINT-freundliche Schule

Mint Symbol

Latein – ein tierisches Vergnügen

 

 schnupperabend Latein

 Die Chorklasse begrüßt Kinder

 und Eltern auf Lateinisch

Stoffhunde, Pferdchen und Kuschelschafe – sie alle fanden zum Entzücken der jungen Gäste des altehrwürdigen Turmair-Gymnasiums ihren Platz auf dem Flügel. Denn die Schüler der Chorklasse 5 sangen unter Leitung ihrer Musiklehrerin Susanne Schlögl zur Einstimmung auf den Antike-Abend von „Old McDonald“ und seiner Farm – allerdings auf Lateinisch. Dass Latein ganz offensichtlich nicht nur beim Singen, sondern auch als Schulfach Spaß macht, durften die annähernd 100 Viertklässler sodann in einer Schnupperstunde mit Schulleiterin Andrea Kammerer erfahren. Mit Begeisterung gingen sie Fremdwörtern auf den Grund und erschlossen bereits erste lateinische Sätze.

 

Die Erwachsenen lauschten unterdessen dem Vortrag des renommierten Fachdidaktikers und Lehrbuchautors Clement Utz zum Thema „Latein lernen leicht gemacht – Plädoyer für ein gymnasiales Fach“. Zunächst lud der Referent, der als ehemaliger Schulleiter auf eine reiche Praxiserfahrung zurückgreifen kann, dazu ein, in die Rolle eines Fünftklässlers zu schlüpfen. Ein zehnjähriges Kind zeige sich für Latein als einzig wirklich neues Fach am Gymnasium extrem aufgeschlossen und interessiert: Was haben die Römer gegessen und getrunken? Welche Haustiere hielt man im alten Rom? Was hat das trojanische Pferd mit der römischen Wölfin zu tun? Regelrecht verblüfft seien Kinder über die alltägliche Präsenz des Lateinischen, das nicht nur in vertrauten Kosmetikprodukten wie „Dentagard“ und „Penaten-Creme“ steckt, sondern auch Fußball-Reporter im Munde führen, wenn sie angesichts der „ineffizienten“ Spielweise mehr „Offensive“ fordern. Die Schüler erfahren dann in behutsamer Progression Latein als sprachliches, historisches, literarisches und philosophisches Fach. Das am Turmair eingesetzte Lehrbuch „Campus“ stelle hierfür die „kindgerechte Verpackung“ dar, dank welcher Latein nicht schwerer, aber auch nicht leichter sei als andere Fächer, sondern „einfach anders“: Latein schaffe wertvolle „Grundlagen für alles Mögliche“, nicht nur für den Erwerb weiterer Fremdsprachen, sondern etwa auch für die Methodik des Lernens an sich. Zudem biete Latein entscheidende Chancen über das Fach hinaus: Eine Studie der Universität Köln habe gezeigt, dass Altsprachler schwierige Texte aus sämtlichen Bereichen – ob Literatur, Medizin oder Rechtswissenschaft – deutlich schneller verstehen als Vergleichspersonen ohne Latinum. Latein lehre problemlösendes und kombinatorisches Denken, wie dies gerade in der modernen Informationstechnologie gefragt sei: Denn die „Denkoperationen bei der Analyse und Übersetzung lateinischer Sätze sind die gleichen wie beim Erstellen komplexer Computerprogramme“. Latein ist logisch und verlässlich, da die Grammatik einem klaren Baukastensystem folgt, was gerade jüngeren Schülern mit ihrer Neigung zu „Warum?“-Fragen entgegen komme. Dass sich Latein als nicht mehr gesprochene Sprache auch nicht mehr weiterentwickelt, stelle lerntechnisch ebenfalls einen Vorteil dar: Mit einer Basis von nur 1250 Vokabeln könne man nahezu 85 Prozent der wichtigsten lateinischen Texte verstehen. Der heutige Lateinschüler lernt also dank statistischer Untersuchungen nur noch genau die Wörter, die er braucht – eine radikale Begrenzung im Vergleich zum früheren Vokabelpauken.
All diese Vorzüge gelten nun, so Utz, ebenso für das am Turmair-Gymnasium alternativ angebotene Latein als zweite Fremdsprache. Dennoch plädierte der Referent – „wenn schon, denn schon“ – für Anfangslatein, um gleich ab der 5. Klasse einen noch größeren Gewinn für das gymnasiale Arbeiten an sich und für diverse andere Fächer, insbesondere Deutsch, daraus zu ziehen.
Fachbetreuer Albert Jungtäubl bedankte sich bei Clement Utz, durch dessen Engagement der Latein-Abend am Turmair mittlerweile bereits zum vierten Mal in Folge stattfinden konnte. Im Anschluss nutzten viele Eltern noch die Gelegenheit, sich mit inhaltlichen und vor allem lernpraktischen Fragen an den Referenten zu wenden, bevor sie ihre Kinder wieder in Empfang nahmen. Diese hatten zusätzlich zu ihrer ersten Lateinstunde jede Menge Spaß beim Mini-Music-Project mit Musiklehrer Thomas Knapek: Unter Begleitung von Keyboard und Percussion-Instrumenten sangen sie – natürlich auf Lateinisch! – über einen besonders regsamen Regenwurm. Ob dieser wohl auch seinen Platz auf Old McDonalds römischer Farm findet?