Schüler des Turmair-Gymnasiums begeistern mit ihrem Konzert
Weit über hundert Mitwirkende brachten auch dieses Jahr den altehrwürdigen und doch mit modernster Technik ausgestatteten Rittersaal zum Klingen. Schulleiterin Andrea Kammerer lud die zahlreichen Gäste ein, sich „auf Weihnachten einstimmen“ zu lassen.
Dies gelang gleich hervorragend mit dem „Weihnachtskanon“ aller drei Unterstufen-Chorklassen unter der bewährten Leitung von Susanne Schlögl. Sodann verbreiteten die jüngsten Turmair-Musiker aus der Chorklasse 5 mit dem launigen „Winterfest“ von Volker Rosin fröhliche Stimmung und boten dank mitreißender Choreographie einen Ohren- und Augenschmaus. Die Chorschüler der 6. und 7. Klasse meisterten bravourös das zweistimmige „The Light Come Down“ von Kirby Shaw. Mit bestem Textverständnis vermittelte daraufhin die Chorklasse 7 das Weihnachtswunder in Mark Lowrys „Mary, Did You Know“.
Das Instrumentalensemble der Unter- und Mittelstufe ließ durch die Arrangements zweier traditioneller Melodien, „Engel haben Himmelslieder“ und „Il est né le divin Enfant, Weihnachtsatmosphäre aufkommen. Dazu fügte sich aufs trefflichste das Menuett aus Georg Friedrich Händels ursprünglich für ein Friedensfest komponierter „Feuerwerksmusik“.
Ein Highlight dieses Abends war dann der Solo-Auftritt der Elftklässlerin Franziska Kiefl, die den bis dahin aktiven jüngeren Schülern sichtbar Bewunderung abnötigte: Denn mit leidenschaftlichem Ausdruck, astreiner Tongebung und souveräner Stimmtechnik sang sie „Eternal Flame“ von den „Bangles“, am Klavier begleitet von Musiklehrerin Susanne Schlögl.
Begeisterung weckte auch die Percussiongruppe mit zwei völlig unterschiedlichen Arrangements ihres Leiters Thomas Knapek: Bei der „Congamusi“ standen noch – wie für ein Percussionstück erwartet – die titelgebenden Rhythmusinstrumente im Vordergrund. Als zweiter Beitrag war ein „Hallelujah“ nach einem Chorarrangement im Programm notiert. Man spekulierte schon, ob es etwa das bekannte Werk von Leonard Cohen sein könnte – und tatsächlich: Der JTG-Gruppe gelang eine souveräne Performance dieses wohl berühmtesten Cohen-Songs allein mit Schlagwerk und Bass. Dies erforderte nun nicht nur die für Percussionisten schon gewohnte Beherrschung von Rhythmen. Bei einem Song treten naturgemäß Melodie und Harmonie als weitere musikalische Ebenen hinzu, welche die gerade einmal sechs Musizierenden durch oft blitzschnelles Wechseln der entsprechenden Boomwhackers souverän darstellten, zumal es noch die Artikulationsunterschiede zwischen Melodie- und Akkordton zu berücksichtigen galt.
Qualitativ hervorragend präsentierte sich nach der Pause Susanne Schlögls Großer Chor: Drei von vier Stücken wurden a cappella musiziert, dynamisch bestens ausdifferenziert und mit hervorragender Textverständlichkeit: „Mache dich auf“ von Lorenz Maierhofer überzeugte zusätzlich durch die wunderbar klangschönen Männerstimmen bei den Bordun-Quinten. Beim traditionellen „Deck The Hall“ freute man sich allein schon über die jugendliche Begeisterung beim Refrain. Bei dem rhythmisch sehr anspruchsvollen „Where Riches is Everlastingly“ von Bob Chilcott wurde der hier fünfstimmige Chor durch Marlene Ebner aus der Percussiongruppe unterstützt, welche den Song mit flottem Rumba-Beat untermalte. Das vierte Chorstück war in Erinnerung an den genau vor einem Jahr allzu früh verstorbenen niederbayerischen Komponisten Stefan Trenner ausgewählt worden: „My Soul Doth Magnify The Lord“ aus dem „Magnificat“ ist 2018 entstanden, zu einer Zeit, in der Trenner in Plattling als Kirchenmusiker wirkte. Die jungen Sänger musizierten auch dieses sehr feierliche und harmonisch komplexe Stück mit großer Begeisterung und exakter Aufmerksamkeit für die Anweisungen ihrer Dirigentin, professionell am Klavier begleitet von Thomas Knapek.
Dessen Bigband bot nun drei wunderschön zur weihnachtlichen Stimmung passende Nummern: Bereits bei „All About The Blues“ (C. Strommen) und „Cantaloupe Island“ (arr. M. Kamuf) freute man sich über die angenehm swingenden, stets präzisen Rhythmen und das exakte Zusammenspiel. Zum wirkungsvollen Abschluss konnte man in „Swing The Songs Of Christmas“ von Paul Clark zudem verjazzte Varianten bekannter Weihnachtslieder heraushören, zum Beispiel „The First Noel“ und „Joy to The World“.
Den Schluss des Konzerts bildete wie jedes Jahr das von Mitwirkenden und Publikum gemeinsam musizierte „Adeste fideles“. Schulleiterin Andrea Kammerer war voll des Lobes für das „großartige Konzert“, das mit allzu viel Bescheidenheit als „Kleines Weihnachtskonzert“ angekündigt gewesen war. In ihren Dank für den rundum gelungenen Abend schloss sie auch das Turmair-Technik-Team ein sowie SMV, Abiturienten und Elternbeirat, welche die Besucher im Foyer kulinarisch verwöhnten.
Birgit Mania







