Glückwünsche!

 

Karl2Auch 28 Jahre, nachdem er „sein“ Johannes-Turmair-Gymnasium in den wohlverdienten (Un-)Ruhestand verlassen hat, merkt man dem Jubilar noch immer an, wie sehr ihn seine Dienstzeit am Straubinger „Huma“ geprägt hat und wie eng er mit der alten Schule verbunden ist: Als er am vergangenen Dienstag die Kollegen StD a.D. Erich Englberger (einen seiner Nachfolger im Amt des Stellvertretenden Schulleiters) und StD Wolfgang Krinner (Mitarbeiter im Direktorat) als Vertreter der JTG-Schulgemeinschaft zu seinem Ehrentag als Gäste empfängt, blitzen die Augen von Franz Karl verschmitzt und sofort weiß er seine Gesprächspartner nicht nur durch Geschichten aus dem früheren Lehrerzimmer, sondern auch mit Anekdoten aus der Historie des „Turmair“ und seiner eigenen Lebensgeschichte zu erfreuen und zu begeistern.
Kein Wunder – denn in beidem ist er zuhause und zu erzählen gibt es viel: Über 31 Jahre hinweg als Lehrer und in den unterschiedlichsten Aufgaben und Funktionen hat sich Studiendirektor a.D. Karl hohe Anerkennung und Wertschätzung bei Kollegen, Eltern und Schülern erworben als einer (so steht es im Jahresbericht des Schuljahres 1990/91 zu lesen), dem „das Menschliche“ immer wichtiger war als die reine Erfüllung dienstlicher Belange. So war und ist es ihm auch immer selbstverständlich, den Kontakt zu seiner alten Schule zu halten und im Gespräch zu bleiben mit früheren und neuen Kollegen und auch mit der aktuellen Schulleitung. Immer, wenn Franz Karl zu feierlichen Anlässen wie Abiturfeiern, Festen oder Veranstaltungen das JTG besucht, merkt man rasch, wie geist- und kenntnisreich er die laufenden Entwicklungen verfolgt und diese in Bezug zu setzen versteht zu eigenen Erfahrungen als Pädagoge und zur Vergangenheit unserer traditionsreichen Bildungseinrichtung, der er sich im privaten Studium gewidmet und die er in mehreren Veröffentlichungen auch profund beschrieben hat.
Aber der Reihe nach: Nach dem 1949 am Ingolstädter Canisius-Konvikt erworbenen Reifezeugnis und einem Studium an der Philosophisch-theologischen Hochschule in Regensburg (zunächst mehr Philosophie als Theologie), verschreibt er sich schließlich, verbunden mit einem Wechsel an die Würzburger Universität, ganz dem Lehramtsstudium mit den Fächern Deutsch, Geschichte und Erdkunde. 1957 beginnt seine Referendarsausbildung – zunächst am Neuen Gymnasium in Regensburg als Stammschule, dann folgen „Lehr- und Wanderjahre“ mit Zweigschuleinsätzen an der Oberrealschule mit Schülerheim in Deggendorf, an der Oberrealschule mit Gymnasium in Neumarkt und in Tegernsee. Seine erste Planstelle tritt Franz Karl dann bereits in Straubing an, allerdings noch nicht am JTG, sondern vorerst am Deutschen Gymnasium (heute Anton-Bruckner-Gymnasium), wo er im Schülerheim wiederum „Erzieherdienst“ leistet. „Auf eigenes Ansuchen“ – so verrät der Personalakt – erfolgt schließlich mit Wirkung zum 31. August 1960 seine Zuweisung an das Johannes-Turmair-Gymnasium, das ihm über eine Generation hinaus zur Wirkungsstätte wird. Und das weit über die rein formale Pflichterfüllung hinaus, mit großem Idealismus und Einsatzfreude bis hinein ins Privatleben, in Ferienzeiten und Abendstunden. Und, das bestätigen alle, die Herrn Karl noch als Lehrer und Kollegen kennen, als Vorbild an Humanität und Gelassenheit sowie Gerechtigkeit und Güte innerhalb und außerhalb des Klassenzimmers. In der Tat, er hat – so wieder der Jahresbericht – „seiner Schule viel gegeben“: mit dem Aufbau der Schülerlesebücherei, der Leitung der Lehrmittelsammlung, als Vertrauenslehrer, Fachbetreuer für Deutsch (Unter- und Mittelstufe), als Fachberater für Geschichte und Erdkunde, als Regisseur und Bühnenbildner im Schultheater (zusammen mit dem Kollegen Karl Tyroller), mit vielen Beiträgen zu den „Straubinger Heften“ und einer Arbeit über die Geschichte des Turmair in der Zeit des Nationalsozialismus für die Jubiläumsfestschrift 1981. Zeit- und kräfteraubend war seine über zwei Jahrzehnte andauernde Tätigkeit als Leiter des „Baureferats“, wo sich Kollege Karl mit Energie und Durchsetzungskraft für die Belange der Schule einsetzte, hartnäckig für eine zeitgemäße und praxisnahe Gestaltung des neuen Schulgebäudes am Peterswöhrd kämpfte und 1982 schließlich den Umzug organisieren konnte. Keine Frage, dass er in dieser Zeit auch selbst des Öfteren zu Hobel und Säge griff und mit Hand anlegte, bis alles an Ort und Stelle war. Aufgrund des hohen Vertrauens, das er im Kollegium genoss, und seiner Verdienste um die Schule wurde er zum 1. August 1987 schließlich zum Stellvertretenden Schulleiter des Johannes-Turmair-Gymnasiums bestellt. In dieser Eigenschaft wirkte er weiter immer ausgleichend und gesprächsbereit zum Wohle von Schülern, Eltern und Kollegium und machte sich unter anderem stark für die Einstellung einer hauptamtlichen Kraft für die Schülerbibliothek. Zuletzt gestaltete und begleitete er unaufgeregt und souverän den Wechsel in der Schulleitung von OStD Simon Eckl zu OStD Walter Schäfer, bevor er zum Schuljahresende im August 1991 seinen eigenen Ruhestand nach 31 Jahren Johannes-Turmair-Gymnasium antrat.

Lieber Kollege Karl, die Schulfamilie des Johannes-Turmair-Gymnasiums gratuliert Ihnen herzlich zu Ihrem schönen runden Geburtstag! Wir wünschen Ihnen viel Gesundheit und Zufriedenheit im Kreis Ihrer Familie und freuen uns, wenn Sie Ihrem alten „Huma“ weiterhin so zugewandt und verbunden bleiben!

Für die Schulleitung und das Kollegium
StD Markus Sabinsky, Stellvertr. Schulleiter