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Schulbroschüre

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Termine

01.12.19 - 06.12.19

Skilager - 6. Jgst.
Gruppe I: 6abc

08.12.19 - 13.12.19

Skilager - 6. Jgst.
Gruppe II: 6de

09.12.2019

13:15 - 16:00 Uhr: Bewerbungsseminar Q11 im Rahmen der StuB, AOK/Sparkasse

19:00 Uhr: Elternabend 10. Jgst. - Oberstufeninformation
anschl. Klassenelternabend

13.12.2019

09:00 - 12:30 Uhr: 4. Demokratiekonferenz

17.12.2019

19:00 Uhr: Weihnachtskonzert

09.01.2020

07:55 - 12:45 Uhr: DRUG STOP-Präventionsveranstaltung 9ab

14.01.2020

Schulinterner Jgst.test Deutsch 6. Klassen
2./3. Std.

Der Pluskurs „Nawaro“

 

An den ersten beiden Kurs-Tagen führte Herr Brandhuber die Schüler erst theoretisch dann praktisch in das Thema ein. Nach einem 90minütigen, durch viel Materialunterstützung anschaulich gemachten Vortrag ging es in den Chemieübungsraum, in dem die Schüler aus Mais- und Kartoffelstärke biologisch abbaubare Folien und Kleber herstellten. Die Schüler erfuhren jede Menge über den Sinn, nachwachsende Rohstoffe als Ersatz für fossile Ressourcen zu erforschen. Dabei gibt es zwei Arten der Nutzung: eine stoffliche und eine energetische Verwertung der Pflanzen.

Am Tag 3 ging es zum ersten Mal auf den Campus Straubing der Technischen Universität München, der nur ca. 500 m Luftlinie vom Johannes-Turmair-Gymnasium entfernt liegt. Dort besuchten wir das TFZ (Technologie und Förderzentrum) mit seiner Dauerausstellung „Nachwachsende Rohstoffe – von der Pflanze zur Nutzung', in der sich die Schüler ausführlich mit dem Thema auseinander setzen konnten. Anschließend begaben wir uns in den Keller des Gebäudes, wo sich eine riesige Ausstellung zum Thema „Biomasseheizungen“ aller Art befindet. Vom kleinsten Holzofen über Pelletanlagen bis hin zu riesigen Scheitholzfeuerungsöfen ist dort alles vorhanden. Frau Bruhn vom TFZ führte uns durch die Ausstellung und erklärte uns anschaulich und interessant die verschiedenen Typen der Biomasseheizungen, ihre Vorteile und Unterschiede. Im Anschluss machten wir noch einen Rundgang auf dem Unigelände und besuchten gegenüber der Uni die Baustelle des Nawareums, dem zentralen Informations- und Erlebnisort zum Energie- und Rohstoffwandel in Bayern.

Am Tag 4 waren wir wieder an der Uni, diesmal direkt im Unigebäude an der Schulstraße. Dort wurden die Schüler am Lehrstuhl von Prof. Dr. Zollfrank von Frau Gmach und Herrn Reimer in die Funktionsweise eines 3D-Druckers eingeführt, der auch Biopolymeren aus Nawaros verwenden kann. Danach zeigte Herr Reimer sein Forschungsprojekt „Mikrocellulose“ am Rasterelektronenmikroskop und führte einige tolle Versuche mit Schießbaumwolle und flüssigem Stickstoff vor. Anschließend informierte er über das Löslichkeitsverhalten von Cellulose. Am Ende wurde noch Eis mit flüssigem Stickstoff „gekocht“, was für die Schleckermäuler unter den Schüler ebenfalls ein Highlight war.

Am fünften Tag stand die erste Exkursion an. Mit dem Bus fuhren wir ins Gebiet Straubing-Sand zur Bioethanolanlage der Fa. Clarianth. Dort wartete schon Werksleiter Thomas Hoppe auf uns, der uns durch die Anlage führte. Ethanol wird normalerweise aus Stärke oder Zucker durch Hefegärung gewonnen. Das stünde allerdings in Konkurrenz zu menschlichen Lebensmitteln, erklärte Herr Hoppe. Daher sei es wichtig, Alternativen zu entwickeln. Diese findet man bei der Vergärung von nicht genutztem Pflanzenmaterial, das von den Feldern kommt wie Mais- oder Weizenstroh. Aus einer Tonne Stroh könne man 250 kg Ethanol und ebenso viel Lignin (wird in der werkseigenen Anlage energetisch verwertet) gewinnen. Was übrig bleibt, bekommen die Bauern als hochwertigen Dünger für ihre Felder. Eine typische Win-win-Situation. Dazu entwickelt die Fa. Clarianth die enzymatischen Werkzeuge, die aus Mikroorganismen gewonnen werden.

Im Anschluss besuchten die Kursteilnehmer noch den Schaugarten des benachbarten BioCubators, in dem Beispiele für nachwachsende Rohstoffpflanzen gezogen werden. Anschaulich wird dort gezeigt, dass im Bayerischen Wald ein Ster Holz pro Sekunde neu nachwächst. Das war wirklich beeindruckend. Spontan erklärte sich Clustermanagerin Frau Kirchmair bereit uns ein paar interessante Worte zum Gründerzentrum und zum BioCubator zu erzählen.

Die Kompostieranlage in Aiterhofen war das Highlight am sechsten Tag. Der Leiter der Anlage Herr Lummer nahm sich die Zeit und führte uns über das Gelände. Es ist sehr interessant, wo der Inhalt der braunen Tonne sowie das Grünschnittmaterial des Zweckverbandes Abfallwirtschaft Straubing (ZAW) landen. Neben der Biogasanlage wurden auch die Kompostmieten besichtigt. Beindruckend waren die Aussagen von Herrn Lummer, alle Kompostieranlagen hätten immer mehr mit Fremdmüll, z.B. Plastik zu kämpfen. Außerdem würden ihnen versehentlich in den Müll gelangte Lithiumionenakkus schwer zu schaffen machen. Wegen diesen kommt es immer wieder zu Bränden auf Kompostieranlagen in Deutschland.

Am Tag sieben wartete Frau Hartmann, ihres Zeichens Museumspädagogin am TFZ auf uns. Sie baut gerade die Ausstellungen im Nawareum auf, das in Sichtweite zur Uni 2020 eröffnet wird. Bis dahin werden von ihr und ihrem Team buchbare Konzepte für Schulen aller Art zum Thema Nachhaltigkeit entwickelt. In diesem Rahmen wurden mehrere Koffer bestellt, die Kinder spielerisch an das Thema „Alternative Energien“ aus Licht, Wasserkraft und Wasserstoff heranführen soll. Aufgabe der Teilnehmer des Nawaro-Kurses war diesmal, diese Koffer zu testen, ihre Stärken und Schwächen auszumachen und Verbesserungsvorschläge zu machen. Das machte allen großen Spaß und es kamen viele gute Ergebnisse zu Stande.

Am Tag 8 waren wir wieder an der Uni, diesmal am Lehrstuhl für Chemie Biogener Rohstoffe von Prof. Dr. Volker Sieber. Frau Lommes und Frau Haslbeck haben ein tolles Programm für das Schülerpraktikum zusammengestellt. Die Schüler machten essbare Alginatkugeln (Bubble-Tea) und mikroskopierten selbst angefärbte Gram-Bakterien. Das alles kam bei den Schülern sehr gut an!

Der neunte Tag war wieder ein absoluter Höhepunkt, da es gar nicht so leicht ist da reinzukommen. Wir besuchten in Straubing-Sand die dortigen Hafenanlagen. Herumgeführt wurden wir vom Hafenmeister Herrn Siegert. Er erzählte uns, dass der Straubing-Sand der zweitumschlagstärkste Hafen an der Donau nach Regensburg ist. Allein im ersten Quartal 2019 lag der Güterumschlag der bayerischen Binnenschifffahrt bei 1,7 Millionen Tonnen. Hauptsächlich wurden Steine und Erden sowie land- und forstwirtschaftliche Erzeugnisse zu Wasser transportiert.

Am zehnten und letzten Tag fuhren wir nach Parkstetten zur Fa. ESKUSA GmbH. Herr Dr. Eickmeyer ist der Gründer der Firma und ein echter Enthusiast. Für die Optimierung des Russischen Löwenzahns zur Kautschukgewinnung vor allem für Autoreifen hat er sich über die Grenzen hinaus einen Namen gemacht. Aber auch die Erforschung des Anbaus von Arzneipflanzen wie Arnika oder von verschiedenen Faserpflanzen, die Lupinenzüchtung, die Biomassestaudenzüchtung als Energielieferanten oder die technische Saatgutveredelung sowie die Jungpflanzenproduktion von Sonderkulturen stehen auf seinem Tableau.

Alles in allem war dieser Besuch ein wunderbarer Abschluss des Pluskurses Nawaro, denn er schloss den Kreis zum eigentlichen Thema, den nachwachsenden Rohstoffen. Und so wurde den Schülern wieder einmal bewusst gemacht, dass sie nicht nur in DER Region der Nachwachsenden Rohstoffe sondern auch in einer Universitätsstadt leben!

 

Wir danken an dieser Stelle ganz herzlich Frau Bruhn, Frau Gmach, Frau Kirchmair, Frau Hartmann, Frau Lommes, Frau Haslbeck, Herrn Reimer und Herrn Hoppe, Herrn Lummer, Herrn Siegert und Herrn Dr. Eickmeyer die sich vollkommen selbstverständlich Zeit für uns genommen.

 

OStR Peter Brandhuber (Projektkoordinator für den schulübergreifenden Pluskurs „Nachwachsende Rohstoffe“) im Namen des PlusKurses „Nawaro“